Klinische Psychologie und Psychotherapie

Reward Processing

Ansprechpartner: Dr. Dipl.-Psych. Christian D. Wiesner
 

Eine Vielzahl psychischer Prozesse hat mit der Verarbeitung von Belohnung zu tun:

  • die Fähigkeit, Verhalten aufgrund von angenehmen (Belohnung) oder unangenehmen (Bestrafung) Erfahrungen schnell an veränderte Umweltbedingungen anzupassen, d.h. zu lernen,
  • die Fähigkeit, mit Belohnung assoziierte Gedächtnisinhalte vorrangig im Gedächtnis zu konsolidieren,
  • die Fähigkeit, Selbstkontrolle auszuüben, um kurzfristigen Versuchungen zu widerstehen und langfristige Ziele zu erreichen,
  • die Fähigkeit, in unsicheren Situationen nützliche Entscheidungen zu treffen und dabei sowohl die Belohnungswahrscheinlichkeiten als auch kurz- und langfristige Folgen abzuwägen.

 

Diese Funktionen werden durch viele Faktoren beeinflusst, z.B. durch den Neurotransmitter Dopamin, durch das Hormon Melatonin und durch Schlaf. Daher verwundert es nicht, dass man bei einer Vielzahl psychischer Störungen Fehlfunktionen des Belohnungssystems finden kann, z.B. bei ADHS, Substanzabhängigkeit, Verhaltenssucht, Adipositas, Depression und Schizophrenie. Wir untersuchen in verschiedenen Studien, welche Faktoren bei Gesunden die vielfältigen Funktionen der Belohnungsverarbeitung beeinflussen und wie diese Funktionen bei Patienten mit psychischen Störungen verändert sind. Ziel ist ein besseres Verständnis der Entstehung und Aufrechterhaltung dieser Störungen.

 

 

Projektbezogene Publikationen und wissenschaftliche Beiträge
 
Prehn-Kristensen, A., Böhmig, A., Schult, J., Pedersen, A., Wiesner, C.D. & Baving, L. (2018). Does sleep help prevent forgetting rewarded memory representations in children and adults? Frontiers in Psychology, 9, 924. doi:10.3389/fpsyg.2018.00924 Link
 
Wiesner, C.D., Davoli, V., Schürger, D., Prehn-Kristensen, A. & Baving, L. (2018). Melatonin secretion during a short nap fosters subsequent feedback learning. Frontiers in Human Neuroscience, 11, 648. doi:10.3389/fnhum.2017.00648 Link
 
Wiesner, C.D. & Lindner, C. (2017). Weakening self-control biases the emotional evaluation of appetitive cues. PLoS One, 12(1), e0170245. doi:10.1371/journal.pone.0170245 Link
 
Wiesner, C.D., Molzow, I., Prehn-Kristensen, A. & Baving, L. (2017). Sleep-dependent consolidation of rewarded behavior is diminished in children with attention deficit hyperactivity disorder and a comorbid disorder of social behavior. Frontiers in Psychology, 8, 167. doi:10.3389/fpsyg.2017.00167 Link